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Das Hethitologie-Portal Mainz und cuneiform.de stellen neuen Cuneiform-Web-Viewer vor

Aufbauend auf den im Projekt 3D-Joins und Schriftmetrologie erarbeiteten Ergebnissen wurde in Kooperation mit dem Hethitologie-Portal Mainz ein Web-gestütztes Visualisierungs- Bereitstellungskonzept für Keilschriftfragmente erarbeitet und umgesetzt. Die Web-basierte Schnittstelle zur dreidimensionalen Visualisierung, im Folgenden Cuneiform-WebGL-Viewer genannt, wurde im Jahr 2017 am Lehrstuhl für Graphische Systeme der TU Dortmund realisiert. Diese im Rahmen des Forschungsprojektes Web-basierte Analyse von 3D Keilschriftdaten durchgeführten Arbeiten wurden finanziell durch den Lehrstuhl für Graphische Systeme der TU Dortmund, den Lehrstuhl für Altorientalistik der Universität Würzburg sowie die Gisela und Reinhold Häcker-Stiftung ermöglicht.


Kernaspekt des Cuneiform-WebGL-Viewers ist eine qualitativ hochwertige Darstellung hochauflösender dreidimensionaler Scans von Keilschriftfragmenten zum wissenschaftlichen Arbeiten und insbesondere der Kollation. Dabei integriert der Viewer präzise Messwerkzeuge sowie flexible Detailverbesserungs- und Beleuchtungsmethoden zur Untersuchung dreidimensionaler Schriftmerkmale. Ferner wird die Erstellung direkter Links auf spezifische Artefaktbereiche und die Erstellung von Screenshots zum kollaborativen Arbeiten unterstützt.

Der Viewer ist direkt in die Konkordanz des Hethitologie-Portals Mainz eingebunden und ermöglicht dort einen direkten Zugriff auf verfügbare 3D-Modelle. Die unter Anderem im Rahmen von Scantätigkeiten im Projekt 3D-Joins und Schriftmetrologie akquirierten 3D-Scans werden ausschließlich zum wissenschaftlichen und nicht-kommerziellen Gebrauch zur Verfügung gestellt. Eine Version des Cuneiform-WebGL-Viewers zu Demonstrationszwecken ist unter webglviewer.cuneiform.de verfügbar. Für die Nutzung wird eine aktuelle Version der Browser Firefox oder Chrome empfohlen. Eine Darstellung auf älteren Mobilgeräten ist unter Umständen aufgrund fehlender Hardwareunterstützung für WebGL nicht möglich.

3D-Joins und Schriftmetrologie

Gegenstand und Ziel des interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist die Entwicklung nachhaltiger Konzepte und Methoden zur Erhebung von Schriftmerkmalen im weiteren Sinne auf fragmentierten Tontafeln mit Keilschrift, zu deren Sortierung nach quantifizierbaren Merkmalen und schließlich der dreidimensionalen Rekonstruktion der einzelnen Tontafeln über die Konturen der Fragmente mit größter Merkmalsübereinstimmung.

Grundlage der Bearbeitung sind hochaufgelöste Punktwolken, die durch Streifenlicht(Laser)-Scanner akquiriert wurden. Als deren Materialgrundlage werden in erster Linie Keilschrifttexte aus der antiken Hethiterhauptstadt Hattuscha (über 30.000) dienen, die seit 2001 von der UNESCO als „Memory of the World“-Kulturerbe geführt werden, und mit deren Aufarbeitung die Forschungsstelle „Hethitische Forschungen“ der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz federführend befasst ist.

Unter diesen Tontafeln gibt es etliche, auf denen die Namen der Schreiber verzeichnet sind und die damit als Kontrollgruppe für die Merkmalskategorisierung dienen können. Besonders interessant ist eine Gruppe von 6.000-9.000 Fragmenten, die zu sog. Festritualen gehören dürften, die sich wegen der repetitiven Phraseologie von Kultanweisungen mit inhaltlichen Kriterien außerordentlich schwer rekonstruieren („joinen“) lassen. Man kann diese Gruppe mit Hunderten von durcheinander geworfenen Puzzlespielen vergleichen, deren Teile zunächst einmal auseinander sortiert werden müssen, bevor man sie zusammensetzen kann. Die Dreidimensionalität der Schrift wie auch der Schriftträger erfordert eine räumliche Analyse und dreidimensionale Zusammenfügung der Fragmente.


Die entstehende Software wird auch zur Analyse von Keilschriften anderer Epochen und Fundorte dienen. So sollen z.B. in Kooperation mit der Assurforschungsstelle an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften auch 3D-Scans von Tontafeln aus Assur analysiert werden.

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