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Abb. 1: Erfassung von einer hethitischen Landschenkungsurkunde im Museum von Boghazkale.

3D-Digitalisierung von Keilschrifttexten

Die Digitalisierung von Keilschrifttexten stellt einen wichtigen Bestandteil des Projektes “3D-Joins und Schriftmetrologie” dar. Die Erstellung von dreidimensionalen Modellen der Keilschrifttexte ist nicht nur die Grundlage für die rechnergestützte Analyse der Handschrift, sondern dient auch dem Zweck einer besseren Dokumentierung dieser Quellen, deren digitale Modelle einer breiteren, fächerübergreifenden Forscheröffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können. Die Arbeit an den Originaltexten ist nur mit der Unterstützung und freundlichen Kooperation der betroffenen Institutionen und Museen möglich. Dafür gebühren dem türkischen Ministerium für Kultur und Tourismus (Kültür ve Turizm Bakanlığı) sowie dem Vorderasiatischen Museum in Berlin Dank; für die Kooperation und Bereitschaft bei der Arbeit möchten wir uns ebenfalls bei den Kuratoren und dem Personal des Anadolu Medeniyetleri Müzesi (Ankara), des Boğazkale Müzesi, der Istanbul Arkeoloji Müzeleri und des Vorderasiatischen Museums (Berlin) herzlich bedanken.

Seit Juni 2012 wurden mit Unterstützung der Arbeitsstelle "Hethitische Forschungen" der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz von G. Müller und M. Cammarosano 3D-Messungen an hethitischen Tontafeln durchgeführt.

Die Aufnahme der Tontafelfragmente erfolgt mit Hilfe des mobilen Breuckmann OPTO-TOP Streifenlichtscanners der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, welcher die Erfassung der Geometrie der Objekte mit höherer Genauigkeit (bis zu 30μ) ermöglicht.

Mittlerweile wurden Forschungsaufenthalte in Ankara (2012, 2013, 2015), Boğazkale (2013, 2014), Çorum (2015), Istanbul (2013) und Berlin (2014) durchgeführt und mehr als 2000 Tontafelfragmente digitalisiert.

Aufbewahrungsorte hethitischer Tontafeln: Das Museum für Anatolische Zivilisationen in Ankara...
...die Archäologischen Museen in Istanbul...
...das Boğazkale Museum...
...und das Archäologische Zentrum der Staatlichen Museen in Berlin.

Die aufgenommenen Texte stammen überwiegend aus der hethitischen Hauptstadt Hattuša, die beim heutigen Dorf Boğazkale (früher Boğazköy) lag und vom Deutschen Archäologischen Institut ausgegraben wird.

Blick auf das heutige Dorf Boğazkale mit der Ausgrabung im Hintergrund.
Gänsemarsch bei der rekonstruierten Stadtmauer von Hattuša.

Seit der ersten Grabungskampagne im Jahr 1906 wurden mehr als 50.000 Tontafelfragmente gefunden, die sich in verschiedenen Museen in- und außerhalb der Türkei befinden. Seit 1973 werden die Fragmente in dem 1966 eröffneten Boğazkale Museum aufbewahrt, in dem neben anderen bedeutenden Funden auch die zwei berühmten Boğazköy-Sphinxe zu sehen sind, die bis 2011 in Berlin und Istanbul ausgestellt wurden.

Transportkasten zur Bereitstellung von Tontafelfragmenten im Museum von Boğazkale.
Der Direktor und Kurator, Herr Tahir Aksekili und Herr Ahmet Dinler, im Magazin des Museums (Juni 2013).

Neben den hethitischen Texten werden auch Manuskripte digitalisiert, die aus anderen Epochen und Schreibtraditionen stammen. Diese dienen zu kontrastiven Studien und sind bei der komparativen Untersuchung der Schreibtechnik oder der Dokumentierung einiger Texte von besonderem Interesse. Ein Beispiel ist der berühmte Mittani-Brief, geschrieben vom hurritischen König Tushratta an den Pharao Amenhotep III, der den bisher wichtigsten Text zur Interpretation der hurritischen Sprache darstellt.

Neben einem wichtigen Hauswirt: Vervollständigung der Digitalisierung des Mittani-Briefes im Vorderasiatischen Museum, Berlin, März 2014.

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